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Unwetterwarnungen

© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)
31.07.2010 : Einsatz-Übung am "Schießhaus"

Übungsszenario am „Schießhaus“

Nach umfangreichen Vorbereitungen trafen sich die Mitglieder der Gruppe Schwarzkopf / Horn und der Jugendgruppe am Samstag, 31.07.2010 kurz vor 15.00 Uhr zu einer gemeinsamen Übung am „Schießhaus“. Unsere Feuerwehrkameraden Silke und Michael haben ihren Rohbau für diese Übung zur Verfügung gestellt, um uns die Gelegenheit zu bieten, einmal „richtig“ mit Wasser am Strahlrohr in einen Innenangriff vorzugehen. Aus diesem Grundgedanken entwickelte sich dann ein umfangreiches Übungsszenario.

 
Die kalte Lage (Ausgangssituation):

Heizungsbauer waren im Kellergeschoss des Einfamilienhauses mit Arbeiten an der Gasleitung beschäftigt, als es zu einer Durchzündung ausströmenden Erdgases kam. Durch die Explosion wurde einem Arbeiter die linke Hand abgetrennt, sein Kollege wurde von herabstürzenden Trümmern verschüttet und war unter einem Stahlträger eingeklemmt.
Die schlagartige Ausbreitung der Feuerwalze erfasste zwei Arbeiter im Dachgeschoss. Sie erlitten schwerste Brandverletzungen an Gesicht, Oberkörper und Armen, sowie Schnittverletzungen an den Beinen. Ein weiterer Arbeiter im DG „rettete“ sich durch einen Sprung vom Gerüst wobei er „unglücklicherweise“ so landete, dass ein im Erdreich verankerter Holzspieß seinen Unterschenkel durchbohrte (...für die Kritiker: auf einer Baustelle ist  „alles“ möglich). Desweiteren befanden sich im Dachgeschoss eine Sauerstoff- und eine Acetylen-Druckgasflasche und im Keller die abgetrennte linke Hand des Heizungsbauer.

Besonderheiten:

Um die Übung möglichst realistisch ablaufen zu lassen, ließ sich das ORGA-Team diverse „Gemeinheiten“ einfallen:

  • Nur die Gruppenführer von HLF, TLF und LF 16 waren „eingeweiht“, für alle anderen war es mehr oder weniger eine „geheime“ Übung
  • Treppenhaus und DG wurden mit der Nebelmaschine „eingequalmt“
  • „Nullsicht“ für die Atemschutztrupps im Keller durch verdunkelte Atemschutzmasken
  • Alle Trupps im Innenangriff gingen mit Wasser am Strahlrohr vor und mussten die gefüllten C-Schläuche über das Treppenhaus in den Keller bzw. ins DG ziehen
  • Der „Stahlträger“ im Keller war zwar nur aus Holz, aber so am Boden verankert, dass er mit Muskelkraft nicht zu heben war
  • Der Holzspieß im Unterschenkel steckte mit dem langen Ende fest im Boden
  • Das „Highlight der Übung“ waren aber die verletzten Arbeiter, die Mitglieder der Jugendgruppe darstellten. Alle waren entsprechend ihren Verletzungsmustern von Stephanie und Dirk professionell geschminkt worden. Auch abgerissene Hand und Amputationsstumpf haben sie in tagelanger Vorbereitung mit viel Phantasie und Geschick kunstvoll modelliert.
  • Die Verletzten erhielten zusätzlich eine „Schulung“ wie sie sich ihren speziellen Verletzungen entsprechend verhalten sollen (Schock, Schmerzen, Panik, Kreislauf- und  Atemprobleme, Verweigerung von Behandlung,....).
  • Es wurde angenommen, dass es durch „Engpässe“ dem Rettungsdienst nicht möglich war, zeitnah an der Einsatzstelle einzutreffen, deshalb waren wir extrem bei der Wundersorgung und Betreuung der Schwerstverletzten gefordert.


Die Jugendlichen, die nicht Verletzte darstellten, wurden so in die Mannschaft der Aktiven integriert, dass je ein Jugendlicher mit einem Aktiven einen Trupp bildete. Jedes Fahrzeug war so mit einem „gemischten“ Trupp besetzt.

Die heiße Lage:

Die Mannschaft wurde zu einer Explosion „am Schießhaus“ alarmiert. Weitere Einzelheiten waren noch nicht bekannt.
Wegen den beengten Verhältnissen am Einsatzort rückten die Fahrzeuge in folgender Reihen-folge mit 21 Einsatzkräften aus: MZF, TLF 16/25 , HLF 20/16, LF 16 TS.
Beim Eintreffen des ersten Fahrzeuges drang dichter Qualm aus Haustür und DG, eine verletzte Person mit abgerissener Hand saß vor dem Bauwagen. Trotz schwerster Verletzung konnte diese noch Auskunft über die vermeintlichen Aufenthaltsorte ihrer Kollegen machen.

Während der Einsatzleiter (MZF) den unübersichtlichen Einsatzort erkundete und erste Anweisungen an seine Gruppenführer gab, kümmerte sich der WT  TLF um den verletzten Arbeiter. Der AT TLF ging unter Atemschutz mit dem 1. C-Rohr in den Keller vor. Dort traf er auf den Arbeiter, der eingeklemmt unter dem Stahlträger lag (dargestellt von unserem treuen Kameraden „Dummy“). Mit Unterstützung vom WT HLF wurde der Träger mittels Hebekissen aus seiner lebensbedrohlichen Lage befreit. Verdunkelte Atemschutzmasken erschwerten hierbei sowohl das Auffinden der Person, als auch die Bedienung der technischen Geräte erheblich.

Der AT HLF ging ebenfalls mit Wasser am C-Rohr zur Menschenrettung und Brandbekämpfung ins DG vor. Der Brand war rasch gelöscht, die Personensuche „negativ“.
Als feststand, dass sich die drei vermuteten Arbeiter nicht mehr im DG befanden (einer rettete sich durch den „gezielten“ Sprung, die anderen beiden wurden mit schwersten Brandver-letzungen panisch davonrennend auf einem benachbarten Grundstück „eingefangen“) konzentrierte sich der AT HLF auf die Kühlung und anschließende Bergung der Druckgasflaschen.

Die Besatzung vom LF 16 TS versorgte den Arbeiter, der sich den Unterschenkel durchbohrt hatte. Schwierig gestaltete sich das Abtrennen jenes Holzteiles, das fest im Boden steckte. Schließlich sollte durch die Rettungsaktion dem Patient keine weiteren Schmerzen oder gar Verletzungen zugeführt werden. Mittels Schaufelkorbtrage konnte der Verletzte patientengerecht zum Verletztensammelplatz getragen und dort behandelt werden.
Des weiteren kühlte ein Trupp die geborgene Acetylenflasche mit Sprühstrahl.

Die Besatzung MZF stellte die Einsatzleitung und koordinierte das Einsatzgeschehen.

Im Mittelpunkt der abschließenden Übungsbesprechung stand die schwierige Rettung der eingeklemmten Person im Keller bei Nullsicht, der stark frequentierte Funkverkehr am 2m-Band und der „Personalmangel“ in der sog. Chaosphase des Ersteinsatzes. Es war eine rundum gelungene Übung, bei der wir unser Können unter Beweis stellen konnten, aber auch erkennen mussten, wo unsere „Schwachstellen“ sind und wo noch weitere Ausbildung notwendig ist. Unser Übungsbeobachter Christian, der die Übung auch vorbereitete, dankte allen Kameraden für ihre Teilnahme an der Übung, den neuen Jugendgruppenführern Mathias und Florian (die erstmals im Rahmen einer Großübung als Fahrzeugführer „schwitzen“ mussten, Silke und Michael für die Bereitstellung des „Übungsobjektes“ und Stephanie und Dirk für die tolle Leistung als „Maskenbildner“.

Bericht: Eva und Christian Schwarzkopf

 

Hier gibts noch Bilder vom Schminken...